Diskussion: Kommunikation mit einem Blog

In meinem heutigen Bericht geht es weniger um Smartphones, Gadgets oder neue Dienste, für den normalen User ist er vielleicht auch uninteressant, Blogger oder Unternehmen sollten ihn sich vielleicht aber ganz genau durchlesen. Seit mehreren Jahren hab ich Kontakt mit PR-Agenturen oder auch direkt mit Herstellern und Entwicklern aus der Mobilfunkbranche und seit einem Jahr betreue ich wie ihr wisst mit Mike die Webseite SmartphoneArea. In einer solchen Zeit sammelt man sehr viel Erfahrung, man hat vor allem mit sehr vielen unterschiedlichen Leuten zu tun und lernt so auch immer wieder neue Persönlichkeiten kennen. Es wird immer wieder gerne behauptet, dass man das ja nur macht, um an kostenlose Gadgets zu kommen und immer die neusten Smartphones zu haben, doch es steckt viel mehr dahinter als viele glauben. Im Leben ist es immer ein Geben und ein Nehmen, das ist hier nicht anders. Die Zeit, die man in ein solches Projekt steckt bekommt man finanziell ganz sicher nicht vergütet, als Blogger sollte man so etwas vor allem aus Leidenschaft machen – sonst ist man auch schneller wieder weg, als man gekommen ist.

Worum geht es mir aber in diesem Bericht? Nach einem Jahr hat sich nicht nur auf dem Smartphonemarkt einiges geändert, auch bei der PR-Arbeit der Unternehmen gab es Veränderungen, teilweise positive, aber auch negative. Ich möchte keine Namen nennen und verurteilen, das ganze soll vielmehr eine kleine Hilfestellung oder Anregung zur Diskussion sein.

In der Regel muss man als erstes davon ausgehen, dass die Arbeit mit einem Blog eine andere ist, als mit einer großen Onlineredaktion oder gar einem Verlag, der vielleicht einmal im Monat eine Zeitschrift auf den Markt bringt. Viele Unternehmen nehmen gerne die Vorteile mit und genießen die kostenlose PR, eine mögliche Gegenleistung möchte man aber selten bringen. Die Leserschaft ist ohnehin nicht so groß und einen Einfluss haben sowieso nur die großen Webseiten. Man hat zumindest das Gefühl, dass diese Denkweise in vielen PR-Agenturen oder bei den Unternehmen gilt. Wie bereits gesagt es gibt auch eine andere Seite.

Es gibt jedoch eine große Anzahl an Usern, die sich nicht auf bekannten Protalen informiert, sondern in Foren und auf Blogs unterwegs ist. In der Regel handelt es sich dabei auch um so genannte “Early Adopter”, die ein Produkt als erstes haben wollen und dafür auch bereit sind etwas mehr zu bezahlen. Diese Personen wiederum informieren sich nicht nur auf Blogs oder sind aktiv in Foren unterwegs, es sind auch die ersten Kunden auf der Straße, die mit dem neuen Produkt gesehen werden und so vielleicht auch andere Personen darauf aufmerksam machen.

In Amerika hat man den Einfluss von Blogs schon länger erkannt, dort ist das Klima unter den jeweiligen Blogs aber in der Regel auch besser als in Europa. Es ist mehr ein Miteinander, als ein Konkurrenzdenken. Das war auch einer der Gründe für die Gründung der GermanTechCloud, bei der wir von Anfang an dabei sind und hinter deren Denkweise ich voll und ganz stehe. Ich bin gespannt wie es wird, wenn man als Gemeinschaft auf einmal mehr Einfluss hat und für ein Unternehmen plötzlich doch interessant wird, dann kommen diese gerne wieder auf einen zu.

Doch so muss und soll es vor allem nicht sein, der wichtigste Punkt bei diesem Thema ist die Kommunikation. Die Kommunikation zwischen Blogs oder seinen Lesern ist in der Regel wunderbar und nicht selten beherrschen diese neuartige Wege wie soziale Netzwerke besser, als eine klassiche Redaktion. Wie gesagt, dass kann und muss aber nicht so sein, ich kenne auch viele Beispiele einer modernen Redaktion, die sich ständig weiterentwickelt. Die Kommunikation der Unternehmen mit den Blogs scheitert aber nicht selten. Ein Unternehmen oder dessen PR-Agentur muss einfach bedenken, dass das hier nicht unser Beruf, sondern ein Hobby mit sehr viel Zeitaufwand ist. Dementsprechend hat ein Blogger vielleicht auch andere Interessen, wie ein Redakteur und einen anderen Kommunikationsbedarf.

Doch wie geht man damit um? Ein perfektes Konzept gibt es sicherlich nicht, daher ist es immer wichtig in Kontakt zu bleiben und das Interesse muss von beiden Parteien kommen. Zeigt zum Beispiel ein Blog mit einem speziellen Themengebiet und einer Leserschaft, mit genau dem gleichen Themengebiet, ein großes Interesse an meiner Marke, dann muss sich bei der Vorgehensweise der Unternehmen noch einiges ändern. Es kann nicht sein, dass Emails tagelang nicht beantwortet werden oder man bei der Agentur vielleicht erneut nachhaken muss. Mir geht es hier auch weniger um das Produkt, welches eine Agentur vertritt, es geht mir in erster Linie um den Kontakt von beiden Parteien.

Ein Punkt wird auch gerne falsch verstanden: Blogs arbeiten gegen ein Unternehmen und sind nur darauf aus, diesem zu schaden. Vor allem wenn ein unveröffentlichtes Produkt die Runde macht ist der Ärger oft groß, doch mit Kommunikation kann man auch hier sicherlich eine Lösung finden. Es geht nicht darum etwas zu verbieten oder undichte Stellen mit dubiosen Methoden zu stopfen, man sollte vielleicht einfach mal versuchen mit bestimmten Personen in einen Dialog zu treten.


GravatarGeschrieben von: Oliver. Student, Gründer und regelmäßiger Autor von SmartphoneArea.de mit großem Interesse an Smartphones und den passenden Gadgets.

6 Antworten zu “Diskussion: Kommunikation mit einem Blog”

  1. RinTinTigger sagt:

    Lieber Oliver,

    ich habe deinen Artikel nun Aufmerksam gelesen. Ich selbst habe wenig Kontakt zu PR-Agenturen, aber ich bin froh sagen zu können, dass der spärliche Kontakt den ich habe, ausserordentlich gut läuft.

    =)

    Wichtiger finde ich den Umgang der Blogs miteinander. Toll dass es da die GermanTechCloud gibt, innerhalb deren Mitglieder merklich anders miteinander umgehen. Das merke ich auch an mir selbst. Ich sehe euch NICHT MEHR als Konkurrenz an, hüte mich eure Tweets zu RT, oder lesenswerte Artikel von euch zu tweeten. Ich habe da gelernt umzudenken und SO macht es in der Blog-Landschaft richtig spass!

    • Oliver sagt:

      Das ist auch ein gutes Beispiel, manche Webseiten/Blogs ignoriere ich natürlich getrost, beruht ja in der Regel auf gegenseitigkeit.

      Ich denke die GTC ist ein guter Schritt in die richtige Richtung und vielleicht wird sie auch irgendwann fü Unternehmen interessant.

  2. Mike sagt:

    Möchte noch anmerken, dass Oli mir den Beitrag vor Veröffentlichung geschickt hat und dieser auch 100% meine Meinung wiedergibt. Viele Firmen haben die Kommunikation untereinander verstanden und manche gehen einen Schritt zurück. Teilweise funktioniert dies im Ausland bedeutend besser. Die Zukunft wird zeigen, ob sich dies auch in Deutschland pro Blogger wandeln wird.

    EDIT:
    Die GermanTechCloud ist ein Beispiel, dass sogar die Kommunikation der Blogger mittlerweile untereinander perfekt funktionieren kann.

  3. René sagt:

    Ein Umdenken findet statt. Sehr sehr langsam, aber es passiert, man merkt es sehr vereinzelt. Ich hoffe auch, dass die Agenturen endlich aufwachen.

    Es geht heutzutage nicht mehr um die reinen Zahlen, sondern -> wen erreiche ich wie. <-

    Darum zittern derzeit auch die großen Portale, denen jahrelang PR-Puder ins Hinterteil geblasen wurde und die jetzt merken, dass sie keine Bindung zum Leser haben und mehr eigenen Content brauchen.

    Ich bin recht zuversichtlich.

  4. Chris sagt:

    Volle Zustimmung. Die meisten Unternehmen freuen sich sogar, wenn man sie denn anspricht. Aber es gibt auch welche, die komplett blocken und private Blogs links liegen lassen. Beide Strategien sind für sich ok.

    Jedoch sehe ich sehr häufig, dass die “großen” Seiten die PR-News nur 1:1 abtippen oder teilweise sogar fehlerhaft interpretieren und dann schliesslich falsch verbreiten. Auf den Seiten selbst gibts es dann nur selten oder erst nach langer Zeit eine Korrektur. Private Blogs erscheinen mir da viel schneller und “fehlerfreier”, in vielen Fällen durch die Diskussion im Blog auch informativer.

    Wenn jedoch eine PR-Agentur oder der Pressebereich eines Unternehmens selbst in heiklen Dingen tagelang nicht erreichbar ist, dann kommt mir das vor, als würd ein Veganer beim Metzger arbeiten. Selbst Stellvertreter sind nicht erreichbar, teilweise kommt man mit(!) Rufnummernübertragung gar nicht durch, was dann schon einen sehr negativen Eindruck hinterlässt.

    Hatte die Tage mir schon Notizen gemacht, wollte was ähnliches schreiben, nun jut :)

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