Neue Diskussion um Gratis-Applikation der Tagesschau

Bild CoverWer heute das Titelblatt der Bild-Zeitung gesehen hat, dem werden die Zeilen “Der Irrsinn unserer TV-Gebühren” vielleicht noch im Kopf sein, wer sich die “Zeitung” gekauft hat wird sicher auch den entsprechenden Bericht dazu gelesen haben. Außerdem gibt es auch einen Bericht mit Umfrage auf der offiziellen Homepage von Bild.de, bei der die Leser auch selbst ihre Meinung in den Kommentaren kund tun können. Was steckt dahinter und wieso berichte ich hier davon? Zum einen haben wir euch vor kurzem die Bild-Applikation hier vorgestellt und zum anderen verfolge ich das Thema im Moment selbst mit großem Interesse. Meine persönliche Meinung möchte ich an dieser Stelle und heute nicht äußern, aber ich glaube diese lässt sich ungefähr aus meinem letzten Bericht zur kostenlosen Tagesschau-Applikation erkennen.

Das Thema zur kostenlosen Anwendung der Öffentlich-Rechtlichen erreichte also mittlerweile die Politik und so hat sich der Axel Springer Verlag heute dazu entschlossen das ganze als Titelthema der Bild-Zeitung zu nehmen. Zum einen finde ich die Vorgehensweise nicht optimal und zum anderen wirkt es schon fast ein wenig lächerlich jetzt auf einmal damit anzukommen und von einem allgemeinen Problem zu sprechen, nur weil mal eine mobile Anwendung in Gefahr sieht.

Auf der einen Seite glaube ich nicht, dass die Tagesschau-Applikation eine große Konkurrenz für die Bild-App sein wird (wenn sie jemals veröffentlicht wird), auf der anderen Seite stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob das zur Grundversorgung dazu gehört. Ich möchte hier auch gar nicht die ganzen kostenlosen Radiosender oder die zahlreichen Spartenkanäle der Öffentlich-Rechtlichen ankreiden, es geht mir einzig und allein um die mobile Anwendung der Tagesschau.

Tagesschau Logo

Sollte es eine mobile Anwendung geben, die sich sinnvoll zur mobilen Webseite ergänzt oder diese ersetzt würde ich das begrüßen, da das jedoch der Steuerzahler finanziert ist auch klar, dass es eine solche Anwendung auf allen Oberflächen geben muss und nicht nur auf dem iPhone. Das Medienmagazin DWDL hat einen wirklich interessanten Bericht zum heutigen Titel der Bild verfasst, den ich euch bei Interesse nur empfehlen kann.

Wie steht ihr zu diesem Thema, was ist eure Meinung? Ist die Reaktion gerechtfertigt? Sollte die Tagesschau keine mobile Anwendung veröffentlichen? Ich habe auch mal eine kleine Umfrage bei Twtpoll gestartet, es würde mich freuen, wenn ihr diese ein wenig verbreiten würdet (hier der direkte Link) – je mehr Stimmen, desto besser ;-)


GravatarGeschrieben von: Oliver. Student, Gründer und regelmäßiger Autor von SmartphoneArea.de mit großem Interesse an Smartphones und den passenden Gadgets.

5 Antworten zu “Neue Diskussion um Gratis-Applikation der Tagesschau”

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Oliver, Smartphonearea.de erwähnt. Smartphonearea.de sagte: [Blog] Neue Diskussion um Gratis-Applikation der Tagesschau http://tinyurl.com/ydqlj6k [...]

  2. Ich mag den Springer-Verlag nicht, aber in diesem Fall stimme ich der Bild zu.

    Grundversorgung bedeutet:

    - vollwertige Nachrichten (ist erfüllt, nicht zu vergleichen mit RTL2 & Co),
    - Bildung (früher gabs mal Telekolleg u.a., heute ab und zu nur noch z.B. quarks, aber nichts tägliches),
    - Kultur (arte, 3sat),
    - Sport (aber nur EM/WM jeder größeren Sportart sowie Olympia) und
    - Politik (Phoenix).

    Bedenklich ist jedoch, dass vieles der Grundversorgung auf Dritte ausgelagert wird, wodurch widerum Kosten entstehen.

    Spielfilme, Bundesliga, Volksmusik, Castingsshows, Dauerwerbesendungen wie Wetten dass, Daily Soaps, Talkshows und teure LateNight wie Harald Schmidt haben nichts mit einer Grundversorgung zu tun. Das sind Programme um der Werbepartner wegen Quote zu machen.

    Und Rundfunk ist eben der Empfang eines solchen TV- oder Radioprogramms. Ein paar Nachrichten inkl kurzer Videos auf einer Internetseite sind kein vollwertiges Programm.

    Alles was nicht in die Grundversorgung und unter den Begriff Rundunk fällt, hat daher bei den ÖR nichts zu suchen.

    Eine Anwendung fürs iPhone geht weit über die Grundversorgung hinaus. Denn, jeder Bürger hat Anspuch auf einen Fernseher, der darf nicht gepfändet werden (im Höchstfall wird ein übertriebenes 50″-Plasma gegen ein kleineres Modell zwangsgetauscht). Handys werden bei entsprechendem Wert immer gepfändet …

    Zumal, wie du es auch erwähnt hast, es dann für ALLE anderen Handys ebenfalls IDENTISCHE Anwendungen geben muss. Für Symbian S40/S60/S80, Blackberry, WindowsMobile, Android, Maemo sowie eine Javaanwendung für alle anderen proprietären Systeme. Andernfalls ist es eingeschränkt und widerspricht dem Grundrecht auf freien Zugang zu Informationen.

  3. Oliver sagt:

    Beim ersten Punkt gebe ich dir ja Recht, doch ich finde es gehört auch zum Wettbewerb und zu heutigen Zeit das Angebot auszudehnen. IM 20. Jahrhundert ist nun mal das Smartphone zu einem wichtigen Bestandteil geworden und wenn es für ALLE Oberflächen eine sinnvolle Applikation geben wird finde ich das gerechtfertig.

    • Bei dem GEZ-finanzierten ÖR geht es aber nicht um Wettbewerb. Der wäre ohne Gebühren gegeben, wenn sich ARD & Co komplett über Werbung finanzieren müssten.

      Wenn ich keinen Fernseher habe, sondern nur ein Handy, bekomme ich dann trotzdem den gleichen Inhalt (egal, ob über App oder Webseite)?

      • Oliver sagt:

        Aber gehört das mobile Internet mittlerweile nicht auch schon zur Grundversorgung? Klar gibt es ein mobile Portal auf der Homepage, doch eine gut gemachte Applikation würe ich immer bevorzugen.

  4. Wenn man eine Grundversorgung auf neue Medien ausdehnt, ist es keine Grundversorgung mehr. Oder hab ich einen rechtlichen Anspruch auf ein internetfähiges Handy und kostenlosen(!) Zugang zum mobilen Internet? Nein, aber beim Radio/TV schon, und zwar über DVB-T.

    Und wenn mobil, dann muss es die gleichen Inhalte bieten wie das Fernseh- und Radioprogramm. Denn wenn man für neuartige Rundfunkempfangsgeräte zahlen muss, dann hat man auch eben den vollen Anspruch.

    Ich habe nichts gegen ein App der ÖR, nur ist diese halt kostenlos und muss nicht wie die Bild-App über Werbung oder Abogebühren finanziert werden. Und da beginnt der Kreislauf:

    Um gegen die Milliarden der ÖR mithalten zu können, werden private Angebote wohl zwangsläufig kostenpflichtig. Die Preise dafür steigen, denn der ÖR hat die gesetzlich gesicherten Gebühren und damit einen Etat, der jedes private Unternehmen in den Schatten stellt. Reichen die nicht mehr aus, werden sie erhöht. Und mit diesen Mitteln ist der “Wettbewerb” gegen die Privaten kein Problem.

    Durch diesen Kreislauf zahlt jeder Bürger und Leser/Zuschauer drauf. Durch immer wieder steigene GEZ-Gebühren einerseits und durch höhere Abopreise andererseits, da die Privaten durch Werbung allein nicht mehr alle Unkosten tragen können.

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