Im Test bei Smartphonearea: Palm Pre & Touchstone

Palm Pre Testbericht FrontbildVor ein paar Tagen habe ich das Palm Pre zum Testen erhalten und nach ein paar Tagen in Benutzung gibt es heute einen Test auf Smartphonearea.de. Zum Zeitpunkt des Testberichts hatte ich noch die Firmware 1.1.3 installiert, es ist gut möglich, dass sich der ein oder andere Punkt im kommenden Update verändern wird (was aber durchaus positiv zu sehen wäre). Im Test habe ich ein deutsches Palm Pre mit dem Netz von O2 verwendet, das Smartphone ist hier in Deutschland auch exklusiv bei diesem Netzbetreiber erhältlich und kann für 481 Euro ohne Vertrag erworben werden. Neben dem Palm Pre habe ich übrigens auch den Touchstone zum Test im Haus, dazu gibt es selbstverständlich auch ein kurzes Fazit. Bei unseren Testberichten handelt es sich übrigens um keine strengen Laborwerte, sondern ein subjektives Fazit, solltet ihr anderer Meinung sein oder vielleicht noch einen Punkt hinzufügen wollen, den ich vergessen habe, dann könnt ihr das gerne in den Kommentaren machen -- bleibt aber bitte sachlich!

Test: Palm Pre

Lieferumfang

Das Palm Pre wird in einer sehr kompakten Verpackung verschickt, im Lieferumfang sind sowohl Ladegerät, als auch Headset und sogar eine Tasche enthalten. Die Tasche hat eine tolle Qualität, genau so stelle ich mir eine Standardtasche bei Smartphones vor, wer mehr möchte hat dann die Wahl sich zusätzlich eine zu kaufen. O2 war außerdem so freundlich mir zum Test noch einen Touchstone und das entsprechende Cover für das Palm Pre zur Verfügung zu stellen, dazu werde ich aber später noch kommen.

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Verarbeitung, Design und Haptik

Das Palm Pre liegt sehr gut in der Hand, das Design erinnert ganz klar an einen abgerundeten Stein, dieser Punkt ist auch beim Display bemerkbar, fast nirgends gibt es Kanten und Ecken. Durch dieses Design wirkt der Pre auch kleiner, wie er eigentlich ist, nichtsdestotrotz liegt das Smartphone aber sehr gut in der Hand. Will man den Pre aufschieben kommt man auch schon zum ersten Kritikpunkt, der Verarbeitung -- der Slider ist wirklich keine Glanzleistung, knarzt hier und dort und hat auch zu viel Spielraum.

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Zum Slider kommt auch noch ein nicht gerade optimaler Verschluss für den microUSB-Port auf der rechten Seite und eine teilweise sehr schwammige Tastatur (auf die ich später noch genauer eingehen werde). Der Rest ist jedoch okay, es wurde hauptsächlich glänzendes Plastik verwendet, dieses ist natürlich auch sehr Empfindlich für Fingerabdrücke. Auf der linken Seite des Palm Pre findet man die Tasten zur Regulierung der Lautstärke und oberhalb gibt es noch einen 3,5mm Eingang für Headsets, einen Ein/Aus-Knopf, welcher auch die Displaysperre aktiviert, wenn man ihn kurz drückt und daneben befindet sich ein kleiner Slider, mit dem man zwischen Vibration und Lautstärke schnell hin und her schalten kann.

Auf der Frontseite gibt es wie beim iPhone nur eine Taste, welche einen sehr guten Druckpunkt hat, die restliche Steuerung außerhalb des Displays findet zwischen dieser Taste und dem Touchscreen statt. Das Smartphone kann man optimal mit einer Hand bedienen, das funktionierte bei mir auch sehr gut mit ausgezogener Tastatur, um mal schnell eine SMS zu schreiben -- für eine Email oder einen längeren Text würde ich jedoch beide Hände nutzen.

Hardware

Das Palm Pre besitzt einen 3,1” großen Touchscreen mit einer akzeptablen Auflösung von 320x480 Bildpunkte, wem das Display nicht groß genug und die Auflösung nicht hoch genug sein kann wird mit dem Pre nicht auf einen grünen Zweig kommen. Der Touchscreen ist kapazitiv und bietet in bestimmten Bereichen wie beim Surfen sogar Multitouch, das funktioniert auch recht schnell dank starker Hardware im Hintergrund. An dieser Stelle auch der Hinweis, dass Palm mit dem kommenden Update ein noch schnelleres Bedienen möglich zu machen möchte.

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Kommen wir nach dem Slider zum nächsten großen Kritikpunkt des Palm Pre, der Akku hält bei aktiver Nutzung kaum einen Tag durch, an dieser Stelle möchte ich auch darauf hinweisen, dass ich unterwegs das WLAN ausgeschaltet habe und die Displaybeleuchtung genau auf der Hälte war (natürlich habe ich noch weitere Tricks angewendet, doch irgendwann hört der Spaß einfach auf und man möchte ja auch keinen Sportwagen kaufen und diesen nur im Ort spazieren fahren). Der Akku lässt sich nicht vergrößern, wenn man die Originalware verwenden möchte (was ich nur empfehlen kann bei Akkus), ich hoffe also, dass Palm hier und dort noch etwas mit dem nächsten Firmware-Update rausholen wird.

Software

Highlight des Palm Pre ist natürlich die Oberfläche, diese ist wirklich gelungen und macht auch viel Spaß, sei es beim Surfen, Twittern oder was man sonst damit macht. Hier und dort könnte das OS auch noch ein bisschen schneller arbeiten, zum Beispiel beim Öffnen von großen Anwendungen oder Spielen, doch man kann sich nicht beschweren. Besonders gut hat mit das Multitasking-Feature gefallen und die Möglichkeit, wie man Applikationen beendet -- solche Innovationen brauch man auch, wenn man mit den anderen mithalten möchte. Die Anwendungen laufen natürlich im Hintergrund weiter und es ist wirklich einfach zwischen ihnen zu wechseln, folgendes Video habe ich mal zur Demonstration bei Youtube rausgesucht:

App Catalog: Der Store des Pre ist wirklich gut gelungen und läuft auch schon im Beta-Stadium flüssig, es fehlt dem Pre aber im Moment einfach noch an zusätzlichen Anwendungen. Ein Fazit zum App Catalog kann man wohl erst nach ein paar Monaten ziehen, im Moment ist die Auswahl für mich zu gering.

Tastatur und Eingabemethoden

Die Tastatur des Pre ist gut, auch wenn die Tasten sehr eng beieinander liegen und ruhig etwas höher sein könnten, um sie besser zu treffen. Besonders negativ ist mir die Leertaste und die Tasten links und rechts davon aufgefallen, diese sind wirklich sehr schwammig und lassen sich manchmal kaum drücken. In Foren beschweren sich User oft über eine fehlende Touchscreen-Tastatur, doch bei der größe des Displays fände ich diese überflüssig und wäre wahrscheinlich nicht optimal zu bedienen. Bei einer Tastatur ist ein Fazit sehr schwer, ich selbst komme gut damit zu Recht, es gab aber auch genug Leute, die mit dieser überhaupt nicht oder weniger gut beziehungsweise besser zu Recht kamen.

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Besonders gut hat mit der Gestenbereich unterhalb des Displays gefallen, egal ob in einer Anwendung oder beim Surfen ist es ein Feature, welches man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte. Es ist definitiv eines der Features, die für das Palm Pre sprechen und die ganze Bedienung attraktiver werden lassen, besonders im Browser hat mir das wirklich gut gefallen.

Personalisierbarkeit

Leider ist der Pre fast nicht sonderlich personalisierbar, man hat einen Homescreen mit 4 Anwendungen, die man auch bis auf die Menu-Taste wechseln kann, sonst werden dort aber auf Dauer keine Informationen angezeigt. Im Menu selbst gibt es 3 Bereiche, man hat auch die Möglichkeit Apps hin und her zu schieben, doch es können weder Ordner erstellt, noch Bereiche hinzugefügt werden, das ist wirklich schwach. Auch hier hoffe ich in Zukunft auch ein Update, denn je mehr Applikationen es werden, desto unübersichtlicher wird das alles.

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Multimedia

Der Musik-Player ist okay, für einen ordentlichen Sound sollte man sich aber auf jeden Fall andere Kopfhörer zulegen. Fans von iTunes haben die Möglichkeit ihre Musiksammlung mit dem Pre zu synchronisieren, man sollte aber bei einem Update von iTunes aufpassen und sich vorher informieren, ob Apple den Pre wieder ausgeschlossen hat. Auf Dauer kann das sicher keine Lösung sein und Palm sollte hier vielleicht an einer eigenen Anwendung für den PC und den Mac arbeiten, wenn Apple weiterhin Probleme macht.

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Die Auswahl an Spielen ist noch nicht sehr groß, doch ich glaube diese Zielgruppe möchte der Pre auch nicht bedienen, er bietet eben die Standard-Features für Multimedia und konzentriert sich lieber auf andere Punkte. Enttäuscht hat der Lautsprecher, das Pre auf den Touchstone legen und im Hintergrund Musik laufen lassen macht keine Freude.

Navigation(?)

Nein. Vorinstalliert ist zumindest Google Maps, ansonsten hat noch kein Hersteller eine Navigations-Lösung für den Pre vorgestellt oder angekündigt. Vielleicht wird sich das in Zukunft ändern oder Google wird die Anwendung beim Pre auf den neusten Stand bringen und die sprachgeführte Navigation integrieren. Bis dahin wird das Pre leider nicht für die sprachgeführte Navigation verwendbar sein, ein weiteres Feature, welches ich bei einem Smartphone vermisse.

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Kamera

Die Kamera macht ordentliche Bilder, leider reicht sie nur für Schnappschüsse aus, es fehlt einfach ein guter Blitz und ein paar Einstellungen sowie eine Taste für den Auslöser. Zum Fokussieren kann man die Leertaste nutzen, das ist jedoch auch nicht immer praktisch, da man die meisten Bilder sicher im Quermodus machen wird. Immerhin besitzt das Pre eine LED für Aufnahmen bei dunklen Verhältnissen und einen schnellen Auto-Fokus.

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Touchstone

Palm bietet für das Palm Pre einen so genannten Touchstone an, auf den man das Palm Pre legen kann, um dieses aufzuladen. Während dem Ladevorgang kann das Pre ganz normal genutzt werden, man benötigt jedoch nicht nur den Touchstone, sondern auch noch ein spezielles Rückcover in einem matten schwarz. Während meiner Testphase habe ich eigentlich ausschließlich diese Rückseite verwendet, sie liegt auch ein bisschen besser auf dem Tisch und in der Hand, da sie rutschfest ist. Einziger Nachteil des Cover: Das Pre lässt sich schwieriger aus der im Lieferumfang enthaltenen Tasche holen.

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Mit dem Touchstone hatte ich selbst keine Probleme, ich habe aber auch schon oft gelesen, dass das Pre manchmal nicht aufgeladen wird, dies kann ich im Test nicht bestätigen. Das Palm Pre liegt fest auf dem Touchstone und wird dort durch einen Magneten fixiert, inzwischen wird auf dem Display auch die Uhrzeit und ein Schloss zum Entsperren angezeigt. Wenn das Pre zu lange auf dem Touchstone liegt oder man dabei Musik hört oder das Pre ganz allgemein bedient will, dann wird der Akku manchmal sehr warm!

Fazit

Alles in allem ist das Palm Pre ein tolles Smartphone, auf der einen Seite ist die teilweise schlechte Verarbeitung und auf der anderen Seite das wirklich tolle OS, was auch Spaß im Alltag macht. Es ist schwer das Pre in eine Schublade zu stecken, denn für ein vollwertiges Business-Smartphone ist die Tastatur einfach zu schlecht und es fehlen hier und da einfach ein paar Features. Ich glaube das Pre wird mit der Zeit wachsen und vielleicht wird es dann mit dem Palm Pixi auch mehr Anwendungen geben, denn nur hier kann Palm auf Dauer richtig punkten.

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Wer gerne im Internet surft oder soziale Netzwerke wie Twitter nutzt und ab und zu mal ein paar Emails schreibt, der wird mit dem Pre sicher seine Freude haben. Wer diese Dienste häufiger am Tag nutzt, der sollte vielleicht zusätzlich das Ladekabel in der Tasche haben, denn dann wird das Pre mit Sicherheit keinen Tag überleben. Ich werde das Geschehen weiter verfolgen und bin gespannt, wie Palm auf die bisherige Kritik reagiert und dementsprechend an dem OS basteln wird.

Noch ein Tipp zum Schluss: Geht doch einfach vor dem Kauf in einen O2-Laden und lasst euch das Palm Pre dort ausführlich zeigen und probiert es selbst ein wenig aus, ich habe das selbst gemacht und wurde sehr gut beraten.

Info: Der Dank geht an O2 und die Agentur 100zehn, die so freundlich waren Smartphonearea.de einen Palm Pre und einen Touchstone zur Verfügung zu stellen. Für mehr Informationen zum Palm Pre empfehle ich die offizielle Homepage bei Palm.


GravatarGeschrieben von: Oliver. Student, Gründer und regelmäßiger Autor von SmartphoneArea.de mit großem Interesse an Smartphones und den passenden Gadgets.

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