Im Test bei Smartphonearea: Nokia N97 mini

Nokia N97 mini HeaderAls es noch vor der Nokia World 2009 (und der offiziellen Vorstellung) einen ersten Test bei Mobile Review gab war die Meinung zum Nokia N97 mini eher negativ, die gleichen Schwächen wie das N97 und dann noch ein paar Features weniger? Wozu ein mini und nicht eine bessere i-Variante? Doch auf der Messe in Stuttgart hat sich diese Meinung zumindest bei mir sehr schnell geändert, die Version vor Ort war von der Hardware schon eine finale Version und auch die Software hat schon einen sehr guten Eindruck gemacht, schließlich kommt das mini von Haus aus mit der “Firmware 2.0″ des N97 und Nokia hatte genug Zeit diese zu perfektionieren. Doch das war noch nicht alles, auch bei der Verarbeitung und der Haptik konnte mich der kleine Bruder überzeugen, ob sich das auf Dauer und bei aktiver Nutzung geändert hat könnt ihr heute auf Smartphonearea in meinem Testbericht zum N97 mini nachlesen. Das Nokia N97 mini ist im Moment knapp 50 Euro teurer wie sein größerer Bruder, das wird sich aber sicher in den kommenden Wochen und spätestens 2010 angleichen. Wer sich im Moment ein N97 mini zulegen möchte muss bei Amazon zwischen 490 und knapp 515 Euro dafür hinlegen, die braune Variante ist nämlich ein bisschen teurer.

Test: Nokia N97 mini

Lieferumfang

Der Lieferumfang beim N97 mini ist Standard von Nokia, man bekommt ein recht gutes Headset mit In-Ear Kopfhörern, neben Der Bedienungsanleitung haufenweise zusätzliche Ovi Flyer und die nötigen Kabel zum Aufladen oder Verbinden mit dem Computer. Leider wird keine zusätzliche Speicherkarte mitgeliefert, doch das N97 mini besitzt auch 8GB internen Speicher und wer von Haus aus mehr Speicher möchte muss dann eben zum N97 greifen. Doch wie beim N97 fehlt auch diesem Modell eine Standard-Tasche, das kann man bei so einem Preis eigentlich erwarten und wurde in der Vergangenheit schon besser von Nokia gelöst. Die Verpackung ist fast mit der des N97 identisch, sie ist lediglich ein bisschen schmäler, weitere Details und Bilder gibt es bei uns in der Auspackzeremonie des N97 mini.

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Verarbeitung, Design und Haptik

Die Verarbeitung des mini ist gut, das Design wirkt etwas edler, da zum Beispiel auf der Rückseite weniger Plastik verwendet wurde, außerdem muss ich sagen, dass mir die neue Farbe sehr gut gefällt und eine willkommene Abwechslung ist. Das N97 mini gibt es im Moment in schwarz und in braun, eine weiße Variante wurde damals auch angekündigt, diese kann man hier in Deutschland jedoch noch nicht erwerben, vielleicht wird sie irgendwann exklusiv bei einem Netzbetreiber erscheinen.

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Das Smartphone liegt wirklich gut in der Hand und vor allem in der Hosentasche merkt man das verringerte Volumen und Gewicht im Gegensatz zum N97. Ich könnte das hier noch mit einigen Smartphones vergleichen, doch am besten ihr schaut euch das Gerät im Laden an und entscheidet selbst, ich bevorzuge das schlankere Design. Der Slider kommt mir ein bisschen fester wie beim N97 vor, diesen konnte ich ohne Probleme mit einer Hand öffnen, das mini ist jedoch auch ein bisschen schmäler und daher benötige ich beide Hände. Wie beim N97 hat auch das mini Touch-Tasten zum Annehmen oder Auflegen von einem Anruf, diese Prinzip gefällt mir persönlich nicht so gut, aber das ist sicher Geschmackssache, man kann schließlich auch über den Touchscreen Gespräche annehmen und ablehnen.

Hardware

Das N97 mini ist dem N97 sehr ähnlich, doch man bekommt nicht nur einen größeren internen Speicher (N97 mini: 250MB -- N97: 80MB), man muss natürlich auch ein paar Abstriche machen. Das fängt beim Display an, dieses ist nicht nur kleiner, wie das des N97, es ist auch kein transflektives Display, also bei starkem und hellem Licht etwas schlechter lesbar. Beide Modelle haben jedoch einen resistiven Touchscreen, ich würde die Qualität gleich einschätzen, meiner Meinung nach besser, als der des Satio und 5800 aber nicht ganz so gut, wie der des N900.

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Desweiteren hat das mini keinen FM-Transmitter und “nur” 8GB Speicher, was für mich aber kein Problem ist, denn man kann diesen wie gewohnt mit einer Speicherkarte erweitern, nimmt man also eine 32GB-Karte hat man “akzeptable” 40GB, das sollte wohl den meisten ausreichen. Das Innere ist wie bereits geschrieben gleich geblieben, also keinen Grafikbeschleuniger, die gleiche Menge an RAM wie beim N97, nur der interne Speicher wurde deutlich aufgestockt und hat jetzt eine optimale Größe.

Die Kamera hat 5 Megapixel und macht ordentliche Bilder, sie besitzt jedoch keinen Schutz und ragt leicht aus dem Gehäuse raus, ich hoffe das gibt auf Dauer keine Kratzer. Auf einen genauen Vergleich möchte ich nicht eingehen bei der Kamera, diese hat die gleiche Qualität wie das N97, das N900 und macht tolle Bilder. Wie immer würde ich mir einen Xenon-Blitz wünschen, doch die Dual-LEDs erfüllen auch ihren Zweck. Ich hoffe Nokia wird hier bald mal die Kamera des N86 verbauen, denn diese macht noch bessere Bilder.

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Weitere Abstriche muss man beim Akku machen, dieser hat nur noch 1320 mAh, die Leistung ist vergleichbar mit dem Nokia 5800 XpressMusic und bei aktiver Nutzung merkt man den Unterschied. Dennoch kann man mit dem N97 mini einen guten Tag auskommen, für zwei volle Tage bei mittelmäßiger Nutzung hat es bei mir leider selten gereicht. Doch bei solchen Smartphones sollte man nicht unbedingt von mehr als einem Tag ausgehen, schließlich will man ja auch unterwegs viel damit surfen und andere Dinge erledigen, die nun mal eben Akku benötigen, einen Tag finde ich das in Ordnung, für mehr Leistung besitze ich das Extra Power Ladegerät Nokia DC-11, welches wir hier ebenfalls getestet haben.

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Das Nokia N97 mini besitzt keinen FM-Transmitter, das kann man zwar auch mit einem externen Transmitter umgehen, ist aber schade, denn dieses Feature habe ich häufig im N97 genutzt. Der interne Speicher ist mir wichtiger wie die 32GB des N97, denn man kann die 8GB des mini auch mit einer Speicherkarte erweitern. Beim Touchscreen und Akku muss man klar Abstriche machen, der FM-Transmitter ist für mich kein großes Manko, ich hätte mir jedoch auch noch etwas mehr RAM gewünscht.

Software

Auf dem Nokia N97 mini kommt die 5. Edition von Symbian zum Einsatz, diese ist für den Touchscreen optimiert und lässt sich eigentlich komplett mit dem Finger bedienen (ich habe seit dem Wechsel vom 5800 XM auf das N97 keinen Stift mehr benötigt). Für Neulinge wird Symbian erst mal etwas Umgewöhnung sein, wer jedoch von der 3. Edition kommt wird sich schnell zu Recht finden und wer vom 5800 XM oder N97 wechselt wird keine kaum Probleme haben.

Toll ist auch das kinetische Scrollen im Menu, das funktioniert bei mir wunderbar und wurde gut und konsequent umgesetzt. Das Menu ist schnell und Probleme bekommt das Smartphone erst, wenn man wirklich viele Programme gleichzeitig geöffnet hat, mir kommt das OS jedoch ein bisschen schneller wie beim N97 vor, vielleicht liegt das auch am größeren internen Speicher. Symbian ist für mich noch immer eine tolle Oberfläche und mein persönlicher Favorit, das OS könnte jedoch ganz klar etwas frische Farbe vertragen und optisch ein bisschen aufgewertet werden, da setze ich auf zukünftige Versionen der Symbian Foundation.

Hinweis: In den letzten Tagen wurde immer viel darüber berichtet, dass Nokia Symbian fallen lässt oder es ab 2012 nicht mehr auf Nseries-Smartphones einsetzen wird und Maemo der “Nachfolger” sein soll. Doch das wurde nicht nur wiederlegt, es ist auch quatsch sich jetzt schon über 2012 Gedanken zu machen, ich habe selbst seit kurzem ein N900 mit Maemo im Einsatz und würde jedem normalen User im Moment noch Symbian empfehlen. Mehr Informationen gibt es dann in den kommenden Tagen in meinem Testbericht zum Nokia N900.

Personalisierbarkeit

Wie gewohnt bei Symbian kann man das Menu nach seinen Wünschen und Vorlieben anpassen, zum Homescreen sind auch noch ein paar neue Widgets hinzugekommen, leider hat sich Nokia aber auch beim N97 mini dazu entschieden nur einen Homescreen zu aktivieren und mit Widgets bestücken zu lassen. Negativ sind mir die Anwendungen aufgefallen, die man nicht entfernen kann (Boingo, Vlingo,…) , das war schon beim N97 wirklich schade und ich als User möchte selbst entscheiden, welche Anwendungen von Drittanbietern ich auf meinem Gerät installiere oder entferne. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass ich die Entscheidung von Nokia befürworte, bestimme Programme vorinstalliert auf dem Gerät zu haben und im Fall von Boingo und JoikuSpot auch eine längere Testphase anzubieten.

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An dieser Stelle möchte ich jedoch auch mal einen Punkt ansprechen, der mich schon lange bei Symbian stört: Wieso gibt es so viele einzelne Punkte im Menu? Es gibt einzelne Menupunkte um Zubehör einzurichten, das Telefon-Setup, My Nokia oder die Info, wieso packt Nokia das nicht alles in die Einstellungen mit rein und hält das Menu damit sauber un übersichtlich?

Navigation

Das Nokia N97 mini kommt mit der neusten Version von Ovi Maps 3 daher, leider kann man die sprachgeführte Navigation nur 10 Tage testen (beim N97 waren es noch drei Monate). Im Gegensatz zum N97 habe ich mit dem N97 mini einen sehr guten GPS-Empfang, auch eine längere Autofahrt hat es gut gemeistert und der Fix geht dank AGPS sehr schnell. Für die Zukunft würde ich mir ein anderes Modell wünschen, Nokia sollte die Navigation kostenfrei machen und das als Argument für ein solches Smartphone nutzen, zumindest eine Jahreslizenz sollte schon drin sein!

Multimedia

Das N97 mini ist ein Gerät aus der Nserie, diese steht bekanntlich für Multimedia und auch hier hat das N97 mini das gewohnte Repertoire zu bieten. Minuspunkte gibt es für den fehlenden FM-Transmitter (dieser musste wohl einfach um Platz zu sparen weichen) und bei der Spielefähigkeit, für leistungsfähige Spiele ist die Hardware des N97 mini einfach nicht ausreichend und wenn ich ehrlich bin bevorzuge ich bei Spielen auch einen kapazitiven Touchscreen.

N97 mini Ovi

Der Musik-Player ist gut zu bedienen, dank kinetischem Scrollen und einer verbesserten Albensicht macht das Navigieren auch viel mehr Spaß und auch das im Lieferumfang enthaltene Headset ist ganz okay. Für ein besseres Ergebnis beim Klang empfehle ich jedoch auch hier zu einem anderen Headset zu greifen, dank 3,5mm Eingang an der oberen Seite des mini und mehreren Bluetooth-Profilen ist das auch kein Problem, ich selbst nutze das Nokia BH-503, welches wunderbar mit dem mini zusammen arbeitet.

Office

Vorinstalliert ist eine 15tägige Testversion von Adobe PDF 2.5 und QuickOffice 4.2, letzteres ist nur zum Betrachten von Dokumenten kostenlos und mittlerweile gibt es schon Version 6.2. Auch hier könnte Nokia etwas spendabler sein und Vollversionen für beide Applikationen integrieren, schließlich kann man das N97 mini dank Tastatur auch optimal für den Office-Bereich nutzen. Bitte einfach das Geschäftsmodell überdenken und solche Extras als Kaufargument nutzen! Zusätzlich gibt es noch ein kostenloses Wörterbuch, welches man auch nach Wunsch erweitern kann, einen Standard-Rechner und einen Umrechner. Der Kalender ist wie gewohnt sehr gut und es gibt auch ein Widget für den Homescreen, leider zeigt dieses nur 3 Einträge and und ist auch standardmäßig nicht erweiterbar.

Nokia N97 mini Reihe

Im Office-Bereich würde ich mit einfach mal ein paar Innovationen wünschen oder eine bessere Vernetzung mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder eine Synchronisation mit dem Google Reader, das machen andere Oberflächen wie Android schon deutlich besser.

Internet und Email

Der interne Browser des Nokia N97 mini ist mit dem des N97 vergleichbar, ich musste dank einem größeren internen Speicher auch nie die Cache nach jedem Surfen leeren. Mein Tipp ist für das mini die neue Beta von Opera Mobile, diesen Browser nutze ich mindestens genauso oft, wie den internen und hier bekommt man ein paar nette Features, die der interne Browser nicht bietet.

Mit Nokia Messaging komme ich einfach nicht klar, das wird bei Symbian wohl auch so bleiben und von daher setze ich persönlich auf ProfiMail von LCG. Wer die interne Email-Anwendung nutzt und damit klar kommt, der kann auch ein eigenes Widget für den Homescreen aktivieren, welches die letzte Email anzeigt.

Tastatur und Eingabemethoden

Im Gegensatz zum N97 gibt es kein Steuerkreuz mehr, dafür wurden in das Layout noch ein paar Pfeiltasten “gequetscht”, natürlich ist die Tastatur allgemein auch ein wenig geschrumpft. Die Umgewöhnung ging sehr schnell und die Tasten haben meiner Meinung nach einen besseren Druckpunkt und eine bessere Beleuchtung wie beim N97. Zwischen den einzelnen Tasten ist genug Platz auch wenn man etwas größere Finger hat sollte man damit gut zu Recht kommen. Leider kann man die Tasten für die Symbole und die Groß-/Kleinschreibung wieder nur auf der linken Seite erreichen, doch ein Bonus bei der neuen Firmware ist, dass eine Zahl oder ein Symbol auch erscheint, wenn man die entsprechende Taste länger gedrückt hält.

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Leider hat sich Nokia bei der Anordnung der Symbole immer wieder umentschieden beim N97, N97 mini und N900 und wer zwischen diesen Geräten wechselt muss sich auch erst umgewöhnen. Auf dem Touchscreen bevorzuge ich für die schnelle Eingabe das Nummernpad, welches auch T9 beherrscht, eine QWERTZ-Tastatur im Quermodus gibt es nicht, doch eigentlich benötigt man diese dank Hardware-Tastatur sowieso nicht. Das Gerät wird übrigens ohne zusätzlichen Stift ausgeliefert, also weder im Gehäuse, noch als Extra im Lieferumfang.

Fazit

Das Nokia N97 wurde damals mit wirklich vielen Fehlern ausgeliefert, ich persönlich hatte Probleme mit dem GPS-Empfang, Kratzern auf der Linse der Kamera, der interne Speicher war mir viel zu klein und nach knapp 3 Monaten ging sogar die Kamera-Taste für den Auslöser nicht mehr richtig. Als Fan des 5800 XM war ich also enttäuscht von Nokia, wie man ein so teures Flaggschiff mit so vielen Fehlern ausliefern konnte, welches doch so viel Potential hatte. Das N97 mini kann jedoch schon gleich zum Start überzeugen und ich konnte in den ersten Tagen keine Mängel feststellen, hinzu kommt die stabile Firmware und das bessere Design mit besseren Materialien.

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Das Nokia N97 mini ist für mich das Flaggschiff, welches Nokia damals hätte ausliefern sollen und wer im Moment noch nicht auf Maemo setzen möchte und eine echte Tastatur benötigt, dem kann das N97 mini nur empfehlen. Als einzige Alternative sehe ich im Weihnachtsgeschäft das Motorola Milestone, welches ich aber leider noch nicht testen konnte oder aus dem gleichen Haus das Nokia E72, wenn man auf einen Touchscreen verzichten kann. Macht euch aber vorher Gedanken, ob ihr die Nachteile gegenüber dem N97 aktzeptieren könnt, schließlich wird der größere Bruder mittlerweile auch mit einer neuen Firmware ausgeliefert und die Fehler bei der Kamera und dem GPS sollten behoben sein.

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Info: Der Dank geht an die Agentur Trimedia, die so freundlich war uns ein Nokia N97 mini zur Verfügung zu stellen. Mehr Informationen zum Nokia N97 mini gibt es auf der Homepage von Nokia Deutschland.

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